Der Terminkalender des Hessischen Leichtathletik-Verbandes sah für das vergangene Wochenende formal die Landesmeisterschaften im Zehn- und Siebenkampf vor. Gefühlt jedoch absolvierten die gut 150 Aktiven im Weit des Kasseler Auestadions eher die „Winter Games“, wurden zum Start am Samstagmorgen knackige 7 Grad Celsius gemessen – Nordhessen, eben. Von der LG mit am (Kalt)-Start war Siebenkämpferin Laura Brandner in der Frauenklasse. Nicht nur wegen den herrschenden Temperaturen, sondern vielleicht auch beeindruckt durch die internationalen Gaststarterinnen aus Großbritannien auf den Nebenbahnen verlief Lauras Auftritt in der ersten Disziplin, den 100 Meter-Hürden, eher unterkühlt. Gleich zu Beginn haderte sie mit Rhythmusproblemen und kämpfte sich schlussendlich vorbildlich bis ins Ziel. Auch im anschließenden Hochsprung konnte sie trotz stabilen und dynamischen Anlaufs nicht die generierte Energie in den Absprung umlenken, immerhin sicherte sich Laura ein Mindestpunktzahl durch Überquerung ihrer Anfangshöhe ab. Im Kugelstoßen unterliefen Laura kleine technische Fehler bzw. fehlte ihr im zweiten Versuch die notwendige Bewegungsschnelligkeit. Insgesamt also ein Einstieg zum Vergessen, jedoch kein Grund für Laura, diesen Siebenkampf abzuhaken Bei den ersten Tag beschließenden 200m ging Laura dann mit erhöhter Betriebstemperatur und ordentlich Wut im Bauch an den Start. Schlussendlich gelang es ihr trotz -0,9m/s Gegenwind mit 28,10 sec ihre fünf Jahre alte Bestzeit um fast 8/10 sec zu verbessern. Dieser dringend benötigte Befreiungsschlag verhalf Laura am Ende des ersten Tages sogar zu einem Punkte-Zwischenstand, der knapp über ihrer bisherigen Bestleistung lag. Im Wissen der guten Form und der erforderlichen Nachsteuerung in der Konzentration konnte am etwas wärmeren Sonntagmorgen nach einem Sicherheitsversuch zu Beginn „das Nadelöhr“ Weitsprung mit schlussendlich 4.50m ohne großes Zittern abgehakt werden. Anschließend ließ Laura nach einem indiskutablen Auftakt den Speer im dritten Versuch auf ihre neue persönliche Bestleistung von 19.93m segeln. Es folgten die üblichen Rechenspiele vor dem 800m-Lauf. Für die erhofften 3.000 Punkte hätte Laura ihre Bestleistung um sage und schreibe 7 Sekunden verbessern müssen. Mit halben Sachen wollte sie sich an diesem Tag jedoch nicht zufriedengeben und hämmerte somit in einem sehr mutigen und taktisch überragenden Lauf eine Zeit von 2:42,72min auf die Bahn, die knapp zehn Sekunden unter ihrer Hausmarke liegt. Mit dem abschließenden sechsten Platz und insbesondere den 3033 Punkten im Gepäck verließ die eigentliche Stabhochspringerin den nordhessischen Schauplatz sichtlich vergnügt, um am nächsten Woche beim heimischen Stadionfest wieder zum gewohnten Werkzeug zu greifen.
Laura Brandner kämpft sich im Siebenkampf fulminant zurück
- Beitrags-Autor:Hans Hormel
- Beitrag veröffentlicht:18. Mai 2026
- Beitrags-Kategorie:Allgemein
